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Die
Geheimnisse der Batteriefunktionszeit
Ist die Funktionszeit eines tragbaren Gerätes in einem direkten Verhältnis
mit der Batteriegrösse? Die Antwort sollte 'Ja' sein, aber in Wirklichkeit
ist die Funktionszeit noch von anderen Merkmalen abhängig, als nur von der
Kapazität.. In diesem Artikel wird untersucht, was die Gründe
sind für unerwartete Ausfallzeiten und die kurzen Batteriefunktionszeiten.
Sehen wir uns die vier Ausfallursachen an - verlieren von Kapaziät, wachsen
des Innenwiderstandes, erhöhte Selbstentladung und zu frühe Spannungsabschaltung
bei Entladung. Wir bewerten, wie diese regenerativen Mängel Batterien auf
Nickel-, Blei und Lithiumbasis beeinflussen. Verlieren
von Kapazität Die Grösse der Ladung, die eine Batterie speichern
kann, nimmt wegen Gebrauch und Alterung graduell ab. Vorgesehen zur Abgabe einer
Kapazität von 100% im Neuzustand, sollte eine Batterie ersetzt werden, wenn
die Kapazität unterhalb von 80% des Nominalwertes gesunken ist. Gewisse Benutzerorganisationen
mögen andere Endkapazitätswerte als minimal akzeptable Schwellwerte
der Batterieleistung anwenden. Die gespeicherte Energie einer Batterie
kann unterschieden werden in drei imaginäre Gruppen, bestehend aus: Vorhandene
Energie, leere Zone, die gefüllt werden kann und unbrauchbare Zone (mit 'Schrott'
angefüllt), die sich mit der Alterung vergrössert.
| | Figur
1: Ladekapazität der Batterie
Drei imaginäre Zonen einer Batterie,
bestehend aus vorhandener Energie, leerer Zone und 'Schrottzone' |
In Batterien
auf Nickelbasis besteht die so genannte Schrottzone aus Kristallformationen, auch
bekannt unter dem Ausdruck 'Memory'. Eine Regeneration ist möglich durch
eine Vollentladung auf 1 Volt pro Zelle. Wenn jedoch keine Wartung während
vier oder mehr Monate durchgeführt worden ist, wird eine Korrektur immer
schwieriger und zwar zunehmend, je länger die Pausen zwischen zwei Wartungen
waren. Um dem Memoryeffekt vorzubeugen, sollten auf Nickel basierende Batterien
alle ein bis zwei Monate voll entladen werden. Nickel-Kadmium und Nickel-Metall-Hydrid-Batterien
werden in Funkgeräten, medizinischen Instrumenten und Werkzeugen eingesetzt.
Eine Leistungsverschlechterung bei Blei-Säure-Batterien wird verursacht
durch Sulfatierung und Korrosion des Gitters. Sulfatierung ist eine dünne
Schicht, die sich auf der negativen Zellenplatte bildet, wenn die Batterie eine
voll gesättigte Ladung verweigert. Eine Sulfatierung kann teilweise mit zyklischer
Vollladung korrigiert werden. Die Gitterkorrosion, die auf der positiven Zellenplatte
entstehen kann, wird durch Überladung ausgelöst. Blei-Säure-Batterien
werden für grössere tragbare Geräte und fahrbare Applikationen
verwendet. Lithium-Ion-Batterien verlieren an Kapazität durch Zellenoxidation,
ein normaler Prozess, der mit dem Gebrauch und der Alterung erfolgt. Die typische
Lebenserwartung von Lithium-Ion ist 2 bis 3 Jahre, ob nun die Batterie gebraucht
wird oder nicht. Ein Lagerung bei kühlen Temperaturen und einem Ladezustand
von ca. 40% können die Alterung verzögern. Eine gealterte Lithium-Ion-Batterie
kann nicht mehr durch zyklisches Laden regeneriert werden. Man findet Lithium-Ion-Batterien
in Mobiltelefonen und tragbaren Computernting. Erhöhter
Innenwiderstand Die Kapazität einer Batterie beschreibt die gespeicherte
Energie - der Innenwiderstand bestimmt, wie viel Energie in einer gegebenen Zeit
entnommen werden kann. Während eine gute Batterie in der Lage ist, einen
hohen Strom auf Verlangen abgeben zu können, bricht die Spannung einer Batterie
mit hohem Innenwiderstand unter starker Belastung zusammen. Auch wenn die Batterie
eine genügend grosse Kapazität aufweist, kann die resultierende Spannung
die Anzeige 'Batterie tief' auslösen, welche das Gerät ausschaltet.
Ein Aufwärmen der Batterie wird vorübergehend die Energieabgabe erhöhen,
da der Innenwiderstand verkleinert wird.
Eine Batterie mit hohem Innenwiderstand
kann noch immer brauchbar sein, wenn nur wenig Strom bezogen wird, wie z.B. bei
Blitzlicht, tragbarer CD-Spieler oder Wanduhr. Im Gegensatz dazu benötigen
digitale Geräte sehr hohe Stromspitzen. Figur 2 stellt dar, wie sich ein
tiefer und ein hoher Innenwider-stand auswirkt auf einen freien oder eingeschränkten
Abfluss.
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Figur
2: Auswirkung des Innenwiderstandes Eine Batterie mit tiefem Innenwiderstand
kann auf Verlangen einen hohen Strom abgeben. Bei erhöhtem Widerstand bricht
die Batteriespannung zusammen und das Gerät schaltet ab. |
Nickel-Kadmium
bietet einen sehr tiefen Innenwiderstand und gibt auf Verlangen hohe Ströme
ab. Im Vergleich dazu starten Nickel.Metall-Hydrid-Batterien mit nur unwesentlich
höherem Widerstand, dessen Wert allerdings nach 300 bis 400 Zyklen stark
zunimmt. Lithium-Ion hat einen leicht höheren Innenwiderstand als
Batterien auf Nickelbasis. Das Kobaltsystem tendiert zu einer Erhöhung des
Innenwiderstands als Teil des Alterungsprozesses, während Magnesium (Spinel)
den Widerstand über die gesamte Lebensdauer beibehält, aber dafür
auf Grund einer chemischen Reaktion an Kapazität einbüsst. Kobalt und
Magnesium werden für die positiven Elektroden verwendet.
Ein hoher
Innenwiderstand wird die Batterie schiesslich unbrauchbar machen. Die Energie
ist wohl noch vorhanden, aber kann nicht mehr abgegeben werden. Diese Auswirkung
ist endgültig und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Kühle
Lagerung und ein Ladezustand von 40% kann den Alterungsprozess verzögern.
Der
Innenwidestand von Blei-Säure-Batterien ist sehr gering. Die Batterie antwortet
gut auf kurze Stromspitzen, aber hat Mühe, während längerer Zeit
einer höheren Belastung standzuhalten. Mit der Zeit steigt der Innenwiderstand
wegen Sulfatierung und Korrosion an. Erhöhte Selbstentladung
Alle Batterien leiden unter der Selbstentladung, wobei Batterien auf
Nickelbasis die höchsten Werte aufweisen. Der Verlust ist asymptotisch, d.h.
die Selbstentladung ist am höchsten, unmittelbar nach Aufladung und sinkt
dann ab. Batterien auf Nickelbasis verlieren 10-15% ihrer Kapazität während
den ersten 24 Stunden nach der Aufladung, anschliessend 10-15% pro Monat. Ein
der besten Batterien in Bezug auf Selbstentladung ist die Blei-Säure-Batterie,
die sich nur mit 5% pro Monat selbst entlädt. Unglücklicherweise hat
diese Chemie die tiefste Energiedichte, was sie für tragbare Applikationen
unbrauchbar macht. Lithium-Ion hat eine Selbstentladung von etwa 5% während
den ersten 24 Stunden, und 1-2% nachher. Wenn man die Schutzschaltung mitberücksichtigt,
wird die Selbstentladung um weitere 3% erhöht. Die Schutzschaltung ist dafür
besorgt, dass Spannung und Strom jeder Zelle die Sicherheitsschwelle nicht überschreiten.
Figur 3 illustriert eine Batterie mit hoher Selbstentladung.
| | Figur
3: Auswirkungen von hohem Belastungswiderstand. Die Selbstentladung steigt
an mit Alterung, hoher Anzahl Zyklen und erhöhter Temperatur. Entsorgen Sie
eine Batterie, deren Selbstentladung 30% in 24 Std. erreicht. |
Die Selbstentladung
bei allen Batteriechemien steigt bei höheren Temperaturen an. Typischerweise
wird der Werte mit jeden 10°C verdoppelt. Ein empfindlicher Energieverlust
entsteht, wenn eine Batterie im heissen Fahrzeug verbleibt. Alterung
und Gebrauch beeinflussen ebenfalls die Selbstentladung. Nickel-Metall-Hydrid
ist gut für 300 bis 400 Zyklen, während Nickel-Kadmium erst ab 1000
Zyklen von der Selbstentladung in ihrer Leistungsfähigkeit beeinflusst wird.
Ältere Batterien auf Nickelbasis können durch Selbstentladung mehr Energie
am ersten Tag verlieren, als dies bei neueren Batterien der Fall ist. Entsorgen
Sie eine Batterie, wenn die Selbstentladung innerhalb 24 Std. ca. 30% erreicht.
Es kann nichts gegen diesen Makel unternommen werden. Faktoren, die
die Selbstentladung beschleunigen, sind defekte Separatoren, ausgelöst durch
kristalline Formationen. Sie haben zur Folge, dass die Batterien beim Aufladen
'gekocht' werden. Ein weiterer Faktor ist die hohe Anzahl Zyklen, welche die Zellen
aufquellen lassen. Batterien auf der Basis von Blei und Lithium zeigen bei weitem
keine so starke Erhöhung der Selbstentladung durch den Gebrauch, wie das
bei Batterien auf Nickelbasis der Fall ist. Frühzeitige
Spannungsabschaltung Nicht die gesamte gespeicherte Batterieleistung kann
voll verwendet werden. Einige Geräte schalten ab, bevor die vorgeschriebene
End-Entladespannung erreicht ist, und wertvolle Batterieenergien bleiben ungenutzt.
Applikationen, die hohe Spannungsspitzen benötigen, unterstützen eine
verfrühte Abschaltung auf Grund der Batteriespannung. Dies kann besonders
gut an Batterien mit hohem Innenwiderstand beobachtet werden. Sobald die Last
entfernt worden ist, steigt die Batteriespannung wieder an, und alles scheint
normal zu sein. Das Entladen einer solchen Batterie mit einer mässigen Last
und über einen Batterieanalyser bis zur vorgesehenen Endentladeschwelle,
kann manchmal Restkapazitätswerte von 30% anzeigen, und die Batterie ist
im Gerät nicht mehr verwendbar. Figur 4 zeigt eine Abschaltung bei zu hoher
Spannung.
| | Figur
4: Gerät mit Abschaltung bei zu hoher Spannung Einige tragbare Geräte
verwenden nicht die gesamte vorhandene Batterieleistung und verlieren wertvolle
Energie. | Ein
hoher Innenwiderstand und das Gerät selbst sind nicht die einzigen Ursachen
für eine vorzeitige Abschaltung - warme Temperaturen spielen ebenso eine
Rolle, indem dadurch die Batteriespannung gesenkt wird. Andere Gründe sind
kurzgeschlossene Zellen in einer mehrzelligen Batterie und der Memoryeffekt bei
Batterien auf Nickelbasis.
Über den Autor Isidor Buchmann ist der Gründer und Geschäftsführer
von Cadex Electronics Inc., in Vancouver BC. Herr Buchmann hat fundierte Basiskenntnisse
in der drahtlosen Kommunikation und studierte über zwei Jahrzehnte hinweg
das praktische Verhalten von wiederaufladbaren Batterien und ihre täglichen
Verwendungen. Als Autor gewann er Auszeichnungen für viele Artikel und Bücher
über Batterien. Herr Buchmann's technische Ausführungen gingen rund
um die Welt. Cadex Electronics ist Hersteller von fortschrittlichen Batterieladegeräten,
Batterieanalysern und PC-Software. Für Produktinformationen besuchen Sie
bitte www.cadex.com
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