Warum verschiedenen Testmethoden unterschiedliche Resultate liefern?Während
der letzten 20 Jahre setzten sich drei Batterieschnelltestmethoden als Basis durch:
DC-Last (Gleichspannung), AC-Leitfähigkeit (Wechselspannung) und Mehrfrequenzen
Elektrochemische Impedanz Spektroskopie (EIS). Alle diese Methoden basieren auf
dem Widerstandswert, welcher die Möglichkeiten einer Batterie, einen gewissen
Strom abzugeben, am besten wiedergibt. Der Innenwiderstand vermittelt hilfreiche
Informationen, die auf Probleme hinweisen können, und die anzeigen, wenn
eine Batterie ersetzt werden sollte. Es kommt jedoch oft vor, dass eine Batterie
unter das kritische Niveau von 80% (der Kapazität), durch die IEEE vorgegeben,
absinkt, bevor die Schwäche tatsächlich festgestellt werden kann. Werder
vermittelt der Widerstand allein einen linearen Zusammenhang mit der Batteriekapazität,
noch besteht eine Verbindung mit der Erhöhung des Zellenwiderstandes und
der Alterung.
Wenn der Innenwiderstand von absolut neuen VRLA-Zellen aus
derselben Produktion gemessen wird, sind Abweichungen von 8% zwischen den Zellen
durchaus üblich. Der Fabrikationsprozess und das Material sind massgeblich
an diesen Abweichungen beteiligt. Eher als sich auf die absoluten Widerstandwerte
zu verlassen, werden die Servicetechniker angehalten, eine Momentaufnahme des
Zellenwiderstandes bei der Inbetriebsetzung der Batterie vorzunehmen, und dann
die feinen Änderungen, die mit der Alterung der Zelle auftreten, zu messen.
Eine Erhöhung des Widerstandes um 25% gegenüber der ersten Messung zeigt
an, dass die Leistung von 100% auf ca. 80% gesunken ist. Die Batteriehersteller
akzeptieren einen Garantieersatz, wenn der Innenwiderstand um 50% zugenommen hat.
Bevor
wir die verschiedenen Testmethoden untersuchen, lassen Sie uns kurz unsere Kenntnisse
über Widerstand und Impedanz auffrischen, Bezeichnungen, die oft falsch angewendet
werden im Zusammenhang mit der Leitfähigkeit einer Batterie. Der Widerstand
ist rein ohmisch und enthält keine Reaktanz. Es gibt keine Phasenverschiebung,
denn Strom und Spannung sind vereint. Ein Heizelement ist solch eine rein ohmsche
Last. Es arbeitet gleich gut mit Gleichstrom (DC) wie auch mit Wechselstrom (AC
Die meisten elektrischen Lasten, die Batterie inbegriffen, enthalten eine
Reaktanzkomponente. Der reaktive Teil der Last variiert mit der Frequenz. Zum
Beispiel nimmt die reaktive Kapazität eines Kondensators mit zunehmender
Frequenz ab. Ein Kondensator ist ein Isolator gegen DC und kein Strom kann fliessen.
Der Induktor, andererseits, arbeitet in der entgegengesetzten Richtung und die
Reaktanz nimmt mit steigender Frequenz zu. DC entspricht einem elektrischen Kurzschluss.
Eine Batterie ist eine Kombination von ohmschem Widerstand, als auch von kapazitiver
und induktiver Reaktanz. Der Ausdruck 'Impedanz' bezieht sich auf alle drei Typen.
Die
Batterie kann als ein Kit von elektrischen Elementen angesehen werden. Figur 1
zeigt ein Blei-Säure-Batteriemodell nach 'Randles' nach den Bezeichnungen
Widerstand und Kondensator (R1, R2 und C1). Die induktive Reaktanz wird normalerweise
vernachlässigt, da sie bei tiefen Frequenzen in einer Batterie eine nur unwichtige
Rolle spielt.
| Figur
1: Modell von Randles einer Blei-Säure-Batterie. Der gesamte Batteriewiderstand
besteht aus einem rein ohmschen, einem induktiven und einem kapazitiven Widerstand.
Es gibt jedoch viele andere Modelle. |
Batterieschnelltestmethoden,
und wie sie arbeiten.
Lassen Sie uns nun die verschiedenen Batterietestmethoden
ansehen, und ihre Stärken und Grenzen beurteilen. Es ist wichtig zu wissen,
dass jede Methode eine andere Innenwiderstandsmessung liefert, auch wenn die gleiche
Batterie gemessen wird. Keine Messung ist richtig oder falsch. Zum Beispiel, eine
Zelle kann höhere Widerstandswerte anzeigen mit der DC-Last-Methode als mit
einem 1000Hz-Wechselstromsignal. Dies sagt aber nur aus, dass die Batterie eine
bessere Leistung abgibt mit AC, als mit DC. Die Hersteller akzeptieren alle Abweichungen,
solange die Messungen mit demselben Typ von Messinstrument durchgeführt wurden.
Die
Gleichstromlademethode: Die rein ohmsche Messung ist eine der ältesten
und zuverlässigsten Testmethode. Das Instrument legt während einigen
Sekunden eine Ladung an. Der Ladestrom liegt im Bereich von 25 bis 70A, in Abhängigkeit
von der Batteriegrösse. Der Spannungsabfall geteilt durch den Strom ergibt
den Innenwiderstand. Die Messungen sind sehr zuverlässig und reproduzierbar.
Die Hersteller erheben Anspruch auf Widerstandsmessungen im Bereich von 10 Mikroohm.
Während des Tests wärmt sich das Gerät auf, und muss bei kontinuierlichen
Messungen gekühlt werden.
| Die
DC-Ladung verbindet die Widerstande R1 und R2 vom Randles-Modell in einen einzigen,
kombinierten Widerstand und ignoriert den Kondensator. C ist eine wichtige Komponente
der Batterie und entspricht 1,5 Farad pro 100Ah Zellenkapazität. | | Figur
2: DC-LademethodeDie wirkliche Einheit des Modells von Randles kann nicht gesehen
werden. R1 und R2 erscheinen wie ein einziger ohmscher Wert. |
AC-Leitfähigkeitsmethode:
Anstelle einer DC-Ladung, injiziert das Instrument ein Wechselstrom (AC) Signal
in die Batterie. Eine Frequenz von 80 bis 100 Hz wurde gewählt, um die Reaktanz
zu minimisieren. Bei dieser Frequenz sind die induktive und die kapazitive Reaktanz
entgegengesetzt und es entsteht eine minimale Spannungsverschiebung. Die Hersteller
von AC-Leitfähigkeitsmessgeräten erheben Anspruch auf eine Messgenauigkeit
des Batteriewiderstandes im Bereich von 50 Mikroohm. Die AC-Leitfähigkeit
gewann an Wichtigkeit um 1992; Die Instrumente sind klein und erwärmen sich
nicht bei Gebrauch.
| Die
Einfrequenzen-Technologie sieht die Komponenten nach dem Randles Modell als eine
komplexe Impedanz, genannt Modul Z. Der stärkste Einfluss kommt von der Leitfähigkeit
des ersten Widerstandes. | | Figur
3: Wechselstrom-Leitfähigkeitsmethode. Die individuellen Komponenten
nach dem Randles Modell können nicht auseinander gehalten werden und erscheinen
als Einheit. |
Multifrequenz-elekrtochemische-Impedanz-Spektroskopie
(EIS): Cadex Electronics hat eine Schnelltestmethode auf der Basis von EIS
entwickelt. Das Gerät, als Spectro bezeichnet, injiziert 24 Frequenzen
im Bereich von 20 bis 2000 Hz. Die sinusförmigen Signale sind auf 10mV/Zelle
begrenzt, um innerhalb der thermischen Batteriespannung von Blei-Säure zu
bleiben. Dies ergibt zuverlässige Messresultate für kleine wie auch
für grosse Batterien.
| Mit
der Multifrequenz-Impedanz-Spektroskopie können alle drei Widerstandswerte
des Randles Modells erfasst werden. Ein patentierter Prozess evaluiert die feinen
Nuancen zwischen den verschiedenen Frequenzen, um so eine tiefgehende Analyse
der Batterie zu erhalten. | | Figur
4: Spectro Methode R1, R2 und C können separat gemessen werden,
was eine gute Schätzung der Batterieleitfähigkeit und der Kapazität
gestattet. |
Spectro
ist die komplexeste der drei Methoden. Der 20-Sekunden-Test verarbeitet ca. 40
Millionen Daten. Das Gerät ist in der Lage, Werte von wenigen Mikroohms zu
messen. Mit Hilfe von gespeicherten Matrizen als Referenz, ist Spectro in
der Lage, die Kapazität in Ah, die Leitfähigkeit (CCA) und den Ladezustand
einer Batterie zu schätzen.
Das Konzept der EIS ist nicht neu. In
der Vergangenheit waren EIS Systeme in speziell dafür konfigurierte Computer
und verschiedene Laborgeräte eingebunden. Die Fortschritte in der Datenverarbeitung
erlauben heute diese Prozesse zu automatisieren und die Hochgeschwindigkeits-Signalprozessoren
gestatten, diese Technologie in tragbare Geräte einzubauen.
Kapazitätsmessung
Die
wichtigste Einschränkung der DC Ladung und AC Leitfähigkeit ist es,
dass diese Methoden die Kapazität nicht messen können. Mit der steigenden
Nachfrage nach zusätzlicher Energie in Autos und Lastwagen und dem Bedarf,
die Leistung von stationären Batterien mit einer sanften Methode beurteilen
zu können, sind Testgeräte nötig geworden, die die Batteriekapazität
schätzen können. Cadex hat erreicht, Autobatterien so messen zu können.
Figur
5 zeigt die Messung der Reservekapazität (RC) bei 24 Batterien, die in der
horizontalen Achse von schwach nach stark aufgelistet sind. Die Batterien waren
zuerst getestet worden nach dem Standard SAE J537, welcher eine volle Ladung,
eine Ruheperiode und eine Endladung mit 25A bis zu einer Zellenspannung von 1,75V
enthält. Dabei wurde die Reservekapazität (schwarze Rombusse) gemessen.
Die Tests wurden dann mit Spectro wiederholt (violette Rechtecke) unter
Verwendung von batteriespezifischen Matrizen. Die so erhaltenen Resultate entsprechen
annähernd dem Laborstandard, wie die Graphik zeigt.
|
Figur
5: Reserve-Kapazität von 24 Batterien, gemessen mit batteriespezifischen
Matrizen. Die schwarzen Rombusse zeigen die Resultate, die mit einer Entladung
mit 25A erhalten wurden,; die violetten Rechtecke entsprechen den Werten, die
mit Spectro gemessen wurden. |
Gewisse
Leute glauben an einen Zusammenhang zwischen Batterieleitfähigkeit (ohmsche
Werte) und der Kapazität. Um zu zeigen, dass dieser Zusammenhang nicht immer
zutrifft, hat Cadex Electronics ein ausgedehntes Testprogramm durchgeführt,
das 175 Autobatterien enthielt, in welchen der Kaltstartstrom (CCA) mit den RC-Messungen
verglichen wurde. CCA entspricht der Leitfähigkeit der Batterie und hat einen
engen Zusammenhang mit dem Innerwiderstand. Figur 6 zeigt die Testresultate. Die
CCA-Messungen sind auf der vertikalen Y-Achse und die RC-Werte auf der horizontalen
X-Achse aufgezeichnet. Um die Auswertung zu vereinfachen, wurden die Batterien
als Prozentwerte ihrer Nominalwerte dargestellt, und wurden dann von schwach nach
stark auf der X-Achse aufgelistet.
|
Figur
6: CCA als Funktion von der Reservekapazität (RC). Der Innenwiderstand
(dargestellt durch CCA) und die Kapazität folgen der roten Linie nicht. Die
Widerstandswerte allein ergeben keine zuverlässige Messung der Kapazität. |
Bemerkung:
Die CCA- und RC-Resultate wurden gemäss dem Standard SAE J537 erhalten. CCA
ist definiert als eine Entladung einer vollgeladenen Batterie bei -18°C und
mit dem Strom der CCA-Einstellungen. Wenn die Spannung nach 30 Sekunden bei 7,2V
oder darüber verbleibt, hat die Batterie den Test bestanden. Die Reservekapazität
RC basiert auf einer Vollladung, einer Ruheperiode und einer Entladung mit 25A
bis auf 1,75V/Zelle.
Wenn
der Innenwiderstand (CCA) linear mit der Kapazität verlaufen würde,
dann wären die blauen Rombusse in unmittelbarer Nähe der roten Referenzlinie.
In Wirklichkeit bewegen sich CCA und RC in beiden Richtungen auseinander. Zum
Beispiel zeigt die Batterie mit 90% CCA einen RC-Werte von nur 38% an, während
die Batterie mit 71% CCA eine Kapazität von 112% liefert (grün gestrichelte
Linien)
Ein
wichtiger Bedarf ist erfüllt
Cadex hat die EIS-Technologie in
ein elegantes handliches Gerät verpackt, das z.Z. einen Beta-Test in den
USA, Kanada, Europa und Japan durchläuft. (Besuchen Sie bitte http://www.cadex.com/prod
testers ca12.asp.) Durch die Möglichkeit, Batteriekapazitäten zu
erhalten, macht die EIS-Technologie zum meist gesuchten Testgerät für
Autobatterien, Marine, Luftwaffe, Verteidigung, radgetrieben Fahrzeuge, Verkehrsbetriebe
und Notstromanlagen. Kapazitätsschwankungen, wegen Alterung oder anderen
Ursachen, können erkannt werden und die Batterien rechtzeitig ersetzt werden.