Was sind die Gründe für den Ausfall von Autobatterien?Es
sind eher die Fahrgewohnheiten als defekte Batterien, die zu den Ausfällen
führen.
Ein deutscher Hersteller von Luxusautomobilen erklärte, dass
von 400 Autobatterien, die als Garantiefall zurück kamen, 200 normal arbeiteten
und keinen Fehler aufwiesen. Tiefentladung und Säureschichtung sind die häufigsten
Ursachen für die scheinbaren Ausfälle. Der Fahrzeughersteller sagte
auch, dass solche Probleme mehr bei den grossen Luxusautomobilen auftreten, die
mehr Zusatzgeräte, die viel Leistung benötigen, enthalten, als die gängigen
Standardautos.
In Japan sind Batterieausfälle die hauptsächlichste
Klage gegenüber den Autoherstellern. Ein durchschnittliches Auto wird nur
13km pro Tag gefahren, und dies meistens im verstopften Stadtverkehr. Als Resultat
werden die Batterien nie voll aufgeladen und es entsteht eine Sulfatierung. Die
Batterien in japanischen Autos sind kleiner und liefern nur die Leistung, um das
Fahrzeug zu starten und die einfachsten Funktionen sicher zu stellen. Nordamerika
ist gegen diese Batterieprobleme etwas abgeschirmt, auf Grund der grossen Distanzen,
die gefahren werden. .
Gute Batterieleistungen sind wichtig, da Probleme,
die während der Garantiezeit auftreten, die Zufriedenheit des Kunden einschränken.
Jeder Wartungsbedarf während dieser Zeit wird erfasst, und die Zahlen werden
in Fachzeitschriften veröffentlicht. Diese Daten sind von grösster Bedeutung
für alle künftigen Autokäufer in der ganzen Welt.
Das schlechte
Funktionieren einer Batterie ist selten auf Fabrikationsfehler zurück zu
führen; der Schuldige ist meistens die Fahrgewohnheit. Der grosse, zusätzliche
Leistungsbedarf, erlaubt bei den kurzen gefahrenen Distanzen nie eine volle Aufladung
der Batterie, was für die Langlebigkeit einer Blei-Säure-Batterie absolut
notwendig ist. Gemäss den Ausführungen eines führenden europäischen
Autobatterieherstellers sind die Fabrikationsfehler weniger als 7%.
Säureschichtung,
ein Problem bei Luxusautos
Eine häufige Ursache von Batteriefehlern
ist die Säureschichtung. Der Elektrolyt einer geschichteten Batterie konzentriert
sich im unteren Teil, was im oberen Teil der Zellen zu einer Säurearmut führt.
Dieser Effekt ist ähnlich einer Kaffeetasse, in welcher sich der Zucker am
Boden ansammelt, wenn man vergisst, den Kaffee umzurühren. Batterien tendieren
zur Schichtung, wenn sie schwach geladen bleiben (unterhalb 80%) und nie die Möglichkeit
einer Vollladung haben. Eine Fahrt über kurze Distanzen, mit eingeschalteten
Scheibenwischern und elektrischer Heizung fördert diese Situation. Die Säureschichtung
beeinträchtigt die allgemeine Leistung der Batterie.
Figur 1 zeigt
eine normale Batterie, in welcher die Säure gleichmässig von unten bis
oben verteilt ist. Diese Batterie liefert eine gute Leistung, weil alle Platten
mit einer korrekten Säurekonzentration umgeben sind. Figur 2 zeigt eine geschichtete
Batterie, in welcher die Säurekonzentration oben schwach und unten stark
ist. Eine schwache Säure begrenzt die Plattenaktivitäten, fördert
die Korrosion und reduziert die Leistung. Ein hohe Säurekonzentration im
unteren Teil, andrerseits, erhöht künstlich die offene Klemmenspannung.
Die Batterie erscheint voll geladen zu sein, aber sie liefert einen tiefen CCA-Wert
(Kaltstartstrom). Hohe Säurekonzentration fördert ebenfalls die Sulfatierung
und schwächt die sonst schon tiefe Leitfähigkeit zusätzlich. Ein
solcher Zustand kann, wenn er nicht bemerkt wird, schliesslich zu einem Batteriefehler
führen.
| Figur
1: Eine normale Batterie Die Säure ist von oben bis unten gleichmässig
in den Zellen verteilt und liefert maximale CCA-Werte und Kapazität. |
| Figur
2: Batterie mit Säureschichtung Die Säurekonzentration ist oben
schwach und unten stark. Hohe Säurekonzentration erhöht künstlich
die offene Klemmenspannung. Die Batterie erscheint voll geladen, hat aber einen
kleinen CCA-Wert. Übermässige Säurekonzentra-tion bewirkt Sulfatierung
in der oberen Hälfte der Platten. |
Mit
Ruhigstellung der Batterie während einigen Tagen, einer Schüttelbewegung
der Batterie oder kippen der Batterie kann das Problem eventuell behoben werden.
Mit einer Überladung, bei welcher die 12V-Batterie während einer oder
zwei Stunden bis auf 16V hochgeladen wird, kann die Säureschichtung ebenfalls
rückgängig gemacht werden. Das Überladen reduziert ebenfalls die
Sulfatierung, die wegen der hohen Säurekonzentration entstanden ist. Es muss
beachtet werden, dass sich die Batterie nicht erhitzt oder viel Elektrolyt verliert,
durch das Entstehen von Wasserstoffgas. Die Batterie soll immer in einem gut durchlüfteten
Raum geladen werden. Eine Ansammlung von Wasserstoffgas kann zu einer Explosion
führen. Wasserstoff ist geruchlos und kann nur mit geeigneten Messgeräten
festgestellt werden.
Die
Herausforderung des Batterie testens.
Während der letzten 20 Jahre
hinkte der Batterietest anderen Technologien hinterher. Der Grund war: Die Batterie
ist sehr schwierig zu testen, kurz gesagt, das Durchführen einer Vollladung,
Entladung und wieder Vollladung. Die Batterie verhält sich ähnlich wie
wir Menschen. Wir wissen noch immer nicht, warum wir an gewissen Tagen besser
drauf sind, als an anderen.
Auch beim Anwenden von sehr zuverlässigen
Lade- und Entladegeräten, entstehen bei Blei-Säure-Batterien verwirrend
starke Kapazitätsschwankungen bei wiederholten Messungen. Um diese Schwankungen
zu belegen, hat Cadex 91 Autobatterien mit verschiedenen Leistungsniveaus getestet
(Figur 3). Die Batterien wurden zuerst vorbereitet, indem eine Vollladung durchgeführt
wurde, gefolgt von einer 24-stündigen Ruhephase. Wir massen dann die Kapazität,
indem die Batterie mit 25A bis auf 10.50V oder 1.75V/Zelle (schwarze Rombusse)
entladen wurde. Diese Prozedur wurde ein zweites Mal durchgeführt und die
Resultate wurden mit violetten Vierecken eingetragen (Test 2). Dies ergab +/-
15% Abweichungen der Kapazitätsmessungen über die gesamte Anzahl der
gemessenen Batterien. Einige Batterien zeigten höhere Kapazitäten bei
der zweiten Messung, andere zeigten tiefere Werte. Andere Chemien zeigten sich
gleichmässiger in den Kapazitätsmessungen als Blei-Säure.
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Figur
3: Kapazitäts-schwankungen Die
Kapazitäten von 91 Autobatterien, gemessen mit einer konventionellen Entlademethode,
zeigten Schwankungen von +/- 15%. |
Seit
dem Beginn waren Belastungstests die Standardmethode zum Testen von Autobatterien.
Das Jahr 1992 brachte uns die Wechselstomleitfähigkeit (AC conductance),
eine Methode, die das Testen der Batterien vereinfachte. Wir experimentieren z.Z.
mit einer tragbaren Version der Elektrochemischen Impedanzspektroskopie (EIS),
zu einem erschwinglichen Preis.
Das Erhalten einer schnellen und zuverlässigen
Einschätzung einer fehlerhaften Batterie ist schwierig. Die meisten verwendeten
Batterietestgeräte beschränken sich auf die Messungen von Kaltstartstrom
(CCA) und Spannung. Die Kapazität, die wichtigste Messung an einer Batterie,
ist jedoch nicht vorhanden. Während die Messung des CCA-Wertes allein verhältnismässig
einfach ist, ist die Kapazitätsmessung sehr komplex, und Messinstrumente,
die diese Möglichkeit enthalten, sind sehr teuer.
Das Gerät Spectro
CA-12 von Cadex Electronics ist das erste einer Serie von hochqualifizierten Batterietestgeräten,
das die Kapazität, den Kaltstartstrom (CCA) und den Ladezustand (SoC) mit
einer einzigen, sanften Messung erfassen kann. Die Technologie basiert auf der
elektrochemischen Impedanzspektroskopie (EIS). Das System injiziert 24 Steuerfrequenzen
zwischen 20 und 2000 Hz. Das sinusförmige Signal ist begrenzt auf 10mV/Zelle,
um innerhalb der thermischen Batteriespannung von Blei-Säure-Batterien zu
bleiben. Dies ergibt zuverlässige Messresultate für kleine wie auch
für grosse Batterien.
Während dem 30 Sekunden dauernden Test,
werden über 40 Millionen Daten verarbeitet. Ein patentierter Algorithmus
analysiert die Daten und die Resultate von Kapazität, CCA und Ladezustand
werden angezeigt.
(Für mehr Informationen, besuchen Sie http://www.cadex.com/prod_testers_ca12.asp)
Die
richtige Wahl
Kein Batterietester lost alle Probleme. Tester für
Eingangssignale sind billig, einfach zu bedienen und in der Lage, einen grossen
Bereich von Batterien zu testen. Diese Geräte geben jedoch eine nur sehr
grobe Information über den Batteriezustand ab. Ein Labortest bei Cadex zeigte,
dass ein Batterietestgerät auf EIS-Basis fünf mal zuverlässiger
eine schwache Batterie entdecken kann, als dies mit Wechselstromleitfähigkeit
der Fall ist. Konventionelle Batterietester beurteilen oft Batterien falsch wegen
eines tiefen Ladezustandes. Viele Batterien werden ersetzt, obschon sie nur aufgeladen
werden sollten, während andere einen guten Gesundheitszustand attestiert
bekommen, obschon sie ersetzt werden müssten.
Die Säureschichtung
ist schwierig zu messen, selbst mit der EIS-Technologie. Einfache Testgeräte
arbeiten nach einem einfachen Schnappschusssystem, ermitteln eine durchschnittliche
Messung und spucken das Resultat aus. Batterien mit Säureschichtung tendieren
zu einer zu hohen Ladezustandsmessung, auf Grund der hohen Spannung. Bei ersten
Tests zeigte auch der Spectro CA-12 leicht höhere CCA-Werte und Kapazitäten
als normal. Nach einer Ruhestellung der Batterie, normalisierte sich die Kapazität.
Ein Grund dafür kann der Diffusionseffekt sein, der als Resultat der Ruhestellung
bei Säureschichtung auftreten kann. Es gibt nur wenig Informationen darüber,
wie lange eine Batterie mit Säureschichtung ruhen muss, um diese Verbesserung
zu erreichen, ausser der Tatsache, dass höhere Temperaturen den Diffusionseffekt
beschleunigen.
Idealerweise sollte ein Batterietester anzeigen, wie der
Stand der Säureschichtung ist, wie gross die Sulfatierung, die Oberflächenladung
und andere Kriterien sind, und er sollte auch anzeigen, wie diese Probleme korrigiert
werden können. Diese Möglichkeiten sind aber noch nicht durchführbar.
Viel Forschungsarbeit wird erbracht, um eine Lösung zu finden, um eine bessere
Batterieevaluation zu erreichen, ohne dass die Batterie dafür voll entladen
werden muss. Die an der Blei-Säure-Batterie gewonnenen Kenntnisse können
dann auch für andere Batteriesysteme angewendet werden.