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Kapazität
- der Schlüssel zur Akkulaufzeit
Das Geheimnis der Akkulaufzeit liegt in der Kapazität. Kapazität
ist die Energie, die ein Akku aufnehmen kann. Akkukapazität
wird meist in Amperestunden (Ah) angegeben. Die Amperestunden
werden bestimmt, indem ein Akku bis zur Entladeschluss-Spannung
mit einem kalibrierten Strom entladen wird. Tragbare Akkus werden
normalerweise eine Stunde lang entladen; die Kapazität größerer
Akkus wird dagegen mit einer Entladezeit von 5-20 Stunden bestimmt.
Bleisäureakkus gibt es in zwei Varianten: tiefentladungsfähige
und Starterakkus. Ein tiefentladungsfähiger Akku liefert
eine hohe Kapazität und eine hohe Zykluszahl, was durch dicke
Bleiplatten erzielt wird. Sie kommen in Golfwagen, Rollstühlen,
Peoplemovern, Scherenlifts und Wohnwagen zur Anwendung. Im Gegensatz
dazu liefern Starterakkus einen hohen Kaltstartstrom (CCA). Dies
wird durch mehr Bleiplatten und somit einer größeren
Oberfläche zur Maximierung der Leitfähigkeit erreicht.
Für Kraftfahrzeuge ist eine hohe Kapazität und die Tiefentladungsfähigkeit
nicht so wichtig, weil der Akku während der Fahrt aufgeladen
wird. Wegen der dünnen Bleiplatten würden Tiefentladungen
einem Starterakku schaden. Die Regel heisst, je schwerer der Akku
(höherer Bleigehalt), umso länger ist die Lebensdauer.
Kapazität
und Kaltstartstrom
Die Eigenschaften des Bleisäureakkus lassen sich anschaulich
darstellen, indem man die Kapazität für die Energie
und den Kaltstartstrom für die Zulieferung verantwortlich
sieht. Kapazität und Kaltstartstrom altern nicht gleich
schnell. Der Kaltstartstrom bleibt während der gesamten
Lebenszeit des Akkus hoch und fällt am Ende schnell ab.
Diese Eigenschaft führt dazu, dass unser Auto an einem
Morgen plötzlich nicht mehr anspringt. Die Kapazität
nimmt dagegen langsam ab. Ein neuer Akku liefert 100 % seiner
Nennkapazität. Mit dem Alter des Akkus fällt die Kapazität
stetig ab, und sobald sie 70 % erreicht, sollte er ausgewechselt
werden. Daran ist zu erkennen, dass die Kapazitätsmessung
ein besseres Bild über die Gesundheit des Akkus liefert
als die Messung des Kaltstartstroms.
Ich möchte den Alterungsprozess von Kapazität und
Kaltstartstrom einmal bildlich darstellen. Abbildung 1 zeigt
zwei Bleisäureakkus: einen neuen Akku mit hoher Kapazität
und einen alten Akku. Die Bildung von Kristallen (sog. Steinen)
während des Alterns mindert die nutzbare Energie des Akkus,
obwohl er immer noch eine gute Startleistung liefert. In Abbildung
2 wird ein hoher und ein niedriger Kaltstartstrom eines Akkus
mit Hilfe eines Hahns anschaulich gemacht.
Neuer
Akku mit hoher Kapazität
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Alter
Akku mit niedriger Kapazität
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Abbildung
1: Akkukapazität dargestellt durch verfügbare
Flüssigkeit.
Beide Akkus sind voll geladen, aber die Kristalle mindern
die Kapazität des zweiten Akkus. |
Akku
mit hohem Kaltstartstrom
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Akku
mit niedrigem Kaltstartstrom
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Abbildung
2: Kaltstartstrom dargestellt anhand eines voll geöffneten
und eines teilweise verschlossenen Hahns.
Für das Anlassen eines Motors ist der Kaltstartstrom
verantwortlich. Ein Kfz-Anlasser zieht 200 A, der eines
Golfwagens 56 A. |
Das
dritte Kriterium für die Akkulaufzeit ist sein Ladezustand.
Die Akkukapazität wird stets bei voll geladenem Akku gemessen,
und die einfachste Bestimmung des Ladezustands ist die Spannungsmessung
bei unbelastetem Akku. Diese Methode ist recht präzise, wenn
der Akku nach dem Laden oder nach einer Belastung mindestens vier
Stunden geruht hat. Dies ist seine Erholungszeit. Das Plattenmaterial
hat auch einen Einfluss auf die gemessene Spannung. So kann Kalzium
die Spannung um 5 8 % erhöhen, was bei der Bestimmung des
Ladezustands berücksichtigt werden muss. Kalzium ist ein
Zusatz, der zur Wartungs-freiheit des Akkus beiträgt.
Methoden
des Akkuschnelltestens
Die Kapazität wird normalerweise durch Entladen gemessen.
Diese Methode ist jedoch umständlich und zeitraubend und
belastet den Akku. In den vergangenen 15 Jahren sind mehrere Schnelltestmethoden
bekannt geworden, die keine Entladung benötigen, zumindest
laut Hersteller. 1992 kam die Messung der Wechselstrom-Leitfähigkeit
zur Bestimmung des Kaltstartstroms auf. Diese nichtinvasive Methode
wurde als großer Durchbruch gefeiert, denn der Test dauert
nur wenige Sekunden und das Messinstrument bleibt kalt. Leider
kann man anhand der Wechselstrom-Leitfähigkeit die Kapazität
nicht bestimmen; auch ist sie bei tiefentladungsfähigen Akkus
nicht verlässlich.
In
den vergangenen fünf Jahren ist man bei der Bestimmung
der Kapazität einen wichtigen Schritt vorangekommen.
Cadex hat einen Schnelltester entwickelt, der auf elektrochemischer
Impedanz-Spektroskopie (EIS) basiert (Spectro) ist.
Der Spectro CA-12 injiziert 24 Frequenzen zwischen 20 und
2.000 Hertz. Die Signale werden auf 10 mV geregelt, sodass
sie innerhalb der Temperaturspannung der Bleisäure
bleiben. Die 24 Messungen aus der Frequenzerregung werden
verglichen und die winzigen Unterschiede analysiert. Während
des 15 Sekunden dauernden Tests führt das Gerät
40 Millionen Transaktionen aus.
EIS ist nicht neu. Schon seit Jahrzehnten kommt diese Technologie
zum Einsatz. Für EIS benötigte man dedizierte
Instrumente sowie einen Computer für die Datenanalyse.
Die Einrichtung war teuer, musste von geschultem Personal
bedient werden und war so groß, dass sie auf Rädern
bewegt werden musste. Außerdem war die Anlage wegen
der langen Rechenzeit für die kommerzielle Nutzung
nicht geeignet. Der Spectro CA-12 löst diese Probleme
durch Einsatz hochleistungsfähiger digitaler Signalprozessoren.
Moderne Mikroelektronik ermöglicht die kompakte Anordnung
in einem einzigen, durchaus attraktiven Handgerät.
Das Herz des Geräts jedoch ist sein patentierter Algorithmus.
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3: Spectro CA-12. Dieser kompakte Schnelltester bestimmt
Kapazität, Leitfähigkeit und Ladezustand in nur
15 Sekunden. |
Typische Akkuprobleme
Betrachten wir jetzt die typischen Akkuprobleme und wie moderne
Schnelltester diese Probleme erkennen können. Die Vorteile
der Bestimmung der Kapazität liegen auf der Hand.
Niedrige
Ladung. Bei niedriger Ladung verliert der Akku die Kraft
und scheint schwach zu sein. Schnelltester wie der Spectro
CA-12 können die Kapazität noch bei einem Ladezustand
von nur 40 % bestimmen. Bei geringerem Ladezustand fordert
das Gerät den Bediener auf, den Test mit geladenem
Akku zu wiederholen.
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Niedrige
Kapazität. Ein Akku niedriger Kapazität kann
immer noch eine gute Leitfähigkeit haben und den Motor
gut antreiben. Die Spannung ist hoch und alles scheint normal
zu sein, nur die Laufzeit nicht. Die Einschätzung der
Kapazität ist der beste Hinweis auf den Akkuzustand.
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| Ungleiche
Reihenschaltung. Akkus altern nicht gleich schnell.
Wie bei den Gliedern einer Kette bestimmt der Akku mit der
niedrigsten Kapazität die Laufzeit. Ein Akkutester,
der die Kapazität messen kann, stellt fest, welcher
Akku schwach ist, sodass er zu passender Zeit ausgetauscht
werden kann. Die leistungsfähigen Akkus können
wieder neu gruppiert werden. |
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So
ermutigend dieser Schnelltest auch sein mag, darf man nicht vergessen,
dass der Spectro CA-12 kein Universaltester ist, der die Kapazität
eines jeden Akkutyps bestimmen kann, sondern er benötigt
eine akkuspezifische Matrix als Bezugsebene. Beim Kauf ist das
Gerät mit mehreren Matrizen ausgestattet, die den gewählten
Akkus automatisch zugeordnet werden. Cadex arbeitet gegenwärtig
an der Erweiterung der Matrizenbibliothek, um am Ende alle wichtigen
Akkutypen bedienen zu können. Wegen seiner komplexen Technologie
ist der Spectro teurer als einfache Tester.
Die Bestimmung der Leistungsfähigkeit eines Akkus durch nichtinvasive
Methoden wird bald zur allgemein anerkannten Norm, und die Entladungsmethode
ist damit überholt. Zu den Anwendungsgebieten gehören:
Batterietests bei Garantieansprüchen, Verhinderung von Stillstandszeiten
durch Bestimmung des Akkuzustands vor Ausfall und Verbesserung
der Zuverlässigkeit von Mietgeräten.
Die Entwickler von Schnelltestmethoden tendieren zum Optimismus
hin und stecken ihre Ziele oft so hoch, dass sie außerhalb
des Labors eventuell nicht realisierbar sind. Die elektrochemische
Impedanz-Spektroskopie ist jedoch ein großer Schritt vorwärts
und öffnet völlig neuen Methoden des Akkutestens die
Tür. Es ist durchaus möglich, dass sie die lang erwartete
Antwort auf die Probleme ist, die ältere Technologien nicht
lösen konnten.
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Created: October 2007,
Über
den Autor
Isidor Buchmann ist der Gründer und Geschäftsführer von
Cadex Electronics Inc., in Vancouver BC. Herr Buchmann hat fundierte Basiskenntnisse
in der drahtlosen Kommunikation und studierte über zwei Jahrzehnte hinweg
das praktische Verhalten von wiederaufladbaren Batterien und ihre täglichen
Verwendungen. Als Autor gewann er Auszeichnungen für viele Artikel und Bücher
über Batterien. Herr Buchmann's technische Ausführungen gingen rund
um die Welt. Cadex Electronics ist Hersteller von fortschrittlichen Batterieladegeräten,
Batterieanalysern und PC-Software. Für Produktinformationen besuchen Sie
bitte www.cadex.com.
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