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Die Miniatur-Brennstoffzelle
Seit langem schon suchen die Batteriehersteller
nach Wegen, um die elektrochemischen Batterien ersetzen zu können.
Hohe Energiedichte, kleinere Abmessungen, tiefere Kosten pro Watt
Leistung und kürzere Ladezeiten sind auf der Wunschliste. Die
elektrische Energie aus wieder aufladbaren Batterie ist teuer, wenn
man die hohen Batteriepreise, die begrenzte Lebenserwartung und
die kleine Leistung, die die Batterie liefern kann, berücksichtigt.
Wird die Brennstoffzelle ein Ersatz sein?
Die
Brennstoffzelle hat in den vergangenen Jahren viel Aufsehen erregt.
Für viele ist sie die Energiequelle der Zukunft. Dabei ist
die Brennstoffzelle nichts Neues; Sir William Grove entwickelte
bereits 1839 das erste Modell. Obwohl sie dem Verbrennungsmotor
voraus war, blieb die Brennstoffzelle ein Unikum bis 1950, als sie
in Raumfahrt- und Militäranwendungen der USA zum ersten Mal
zum Einsatz kam. In den 80er Jahren wurde die Brennstoffzelle noch
einmal wiedergeboren, als Wissenschaftler und Aktienhändler
sie als saubere Energiequelle, gespeist vom unerschöpflichen
Wasserstoff, anpriesen. Die Autos würden von Brennstoffzellen
getrieben und Haushalte mit Elektrizität versorgt werden, von
Brennstoffzellen hinter dem Haus erzeugt. Hohe Herstellungskosten
und eine kurze Lebensdauer standen der Realität jedoch im Weg.
Kraftstoff der Brennstoffzelle sind Wasserstoff und Sauerstoff.
Die Verbindung dieser beiden Gase erzeugt Elektrizität und
Wasser. Es gibt keine Verbrennung, keine Umweltverschmutzung. Das
Nebenprodukt ist reines Wasser. Eine solche Anlage ist so sauber,
dass Geoffey Ballard, der Entwickler der Ballard-Brennstoffzelle,
seinen Gästen mit diesem Wasser angesetzten Tee zum Trinken
anbot. Die theoretische Energieabgabe einer Brennstoffzelle ist
hoch, die Hälfte geht jedoch als Wärme verloren.
In den vergangenen Jahren kamen tragbare Versionen der Brennstoffzelle
auf den Markt. Die vielversprechendste Mini-Brennstoffzelle ist
die Direktmethanol-Brennstoffzelle (DMBZ). DMBZ ist billig, einfach,
benötigt kein druckbeaufschlagtes Wasserstoffgas und bietet
eine einigermaßen gute elektrochemische Leistung. Die gegenwärtigen
Systeme liefern 900 Wh und eine Energiedichte von 102 Wh/l, sind
jedoch gegenüber einem elektrochemischen Akku ziemlich groß.
Als Ausgleich für die großen Abmessungen, hat man das
Aufladen durch die Möglichkeit des Austauschs der Brennstoffpatrone
vereinfacht. So steht eine ständige Energiequelle, wie beim
Auftanken des Autos, zur Verfügung.
Toshiba hat den Prototyp einer Brennstoffzelle für Laptops
vorgestellt, die nach eigenen Angaben jedoch noch in den Kinderschuhen
steckt. Es gibt noch keine Hinweise darauf, wann das Produkt kommerziell
erhältlich sein wird. Ein Ersatz mit hoher Leistung, kleinen
Abmessungen und zu einem wettbewerbsfähigen Preis wird noch
Jahre auf sich warten lassen. In Abbildung 2 ist die DMBZ von Toshiba
zu sehen. Die Mikro-Brennstoffzelle auf der linken Seite bietet
eine Dauerleistung von 300 mW. Der Brennstoff besteht zu 99,5% aus
Methanol und ist in einem 10 ml großen Behälter untergebracht.
Links ist das Nachfüllen abgebildet.
Abbildung 1: Die Toshiba-Brennstoffzelle mit Nachfüllpatrone.
Es wird gegenwärtig nur eine begrenzte Anzahl dieser Geräte
hergestellt. Abbildung mit der freundlichen Erlaubnis
von Toshiba.
Angstrom Power entwickelt eine tragbare Brennstoffzelle, die den
Wasserstoff einem Behälter, den Sauerstoff jedoch der Luft
entnimmt. Das System, das weder eine Pumpe noch einen Lüfter
benötigt, kann bei normalen Umgebungsbedingungen betrieben
werden. Die Vorteile reinen Wasserstoffs gegenüber Methanol
sind ein höherer Wirkungsgrad und kleinere Abmessungen. Das
Ziel ist eine saubere, leise Stromquelle, die einfach und schnell
wieder nachgefüllt werden kann. Abbildung 3 zeigt eine Fahrradlampe
als Anwendungsbeispiel.
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Abbildung
2: Von einer Brennstoffzelle versorgter Fahrradlampe.
Die 21 Kubikzentimeter große Patrone liefert eine Energie,
die in etwa der von 10 alkalischen AA-Akkus entspricht. Das
einzige Nebenprodukt ist Wasserdampf. Voll aufgefüllt
beträgt die Laufzeit 20 Stunden. |
Laut Angstrom Power hat die Fahrradlampe des Typs micro hydrogen
in Winter- und Frühlingsbedingungen eine gute Leistung erbracht.
Die Benutzer äußerten sich positiv. Der Wasserstoff ist
in einer 21 Kubikzentimeter großen Patrone untergebracht und
liefert eine Energie, die in etwa der von 10 alkalischen AA-Akkus
entspricht. Das einzige Nebenprodukt ist Wasserdampf. Das Nachfüllen
nimmt nur wenige Minuten in Anspruch und liefert eine Laufzeit von
20 Stunden.
So gut die Brennstoffzelle auch von außen aussehen mag, haben
15 Jahre Versuche eine ganze Anzahl von Problemen noch nicht lösen
können. Dazu gehören das langsame Anlaufen und die niedrige
elektrochemische Reaktion an der Anode. Das macht sich insbesondere
bei der DMBZ bemerkbar. Eine Zelle liefert etwa 1 Volt; wird sie
jedoch belastet, so sinkt die Spannung wegen des relativ hohen Innenwiderstands
schnell ab. Abbildung 4 zeigt den Spannungsabfall in Abhängigkeit
vom Laststrom. Es ist deutlich zu sehen, dass der Leistungsbereich
recht schmal ist.
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Abbildung
4: Leistungsbereich einer tragbaren Brennstoffzelle.
Mit steigendem Laststrom sinkt die Zellenspannung wegen des
hohen Innenwiderstands schnell ab. Der Leistungsbereich ist
auf 300-800 mA beschränkt. |
Die Belastung ist bei einer kleinen Fahrradlampe kein Problem, insbesondere,
wenn es sich um ein LED handelt. Ein Laptop benötigt jedoch
40 Watt Leistung, was eine kleine Brennstoffzelle nicht mehr schaffen
kann. Hier ist zur Unterstützung ein Akku notwendig. Die Brennstoffzelle
dient dem Akku dann eher als Ladeelement. Das gleiche gilt für
brennstoffzellengespeiste Handys und Kameras.
Noch hat die Brennstoffzelle nicht den umwerfenden Durchbruch geschafft,
auf den die Mikroelektronik zurückblicken kann. Moores Gesetz
gilt in diesem Fall wohl nicht. Die Probleme sind weiterhin niedrige
Leistung, große Abmessungen, niedrige Lebensdauer und hohe
Kosten. Auch verbieten die Sicherheitsvorschriften, dass Fluggäste
den Brennstoff mit an Bord nehmen dürfen. Diese Vorschriften
werden sich in den kommenden zwei Jahren voraussichtlich ändern.
Die ICAO hat bereits eine Ausnahme beschlossen, gemäß
der Methanol-Brennstoffzellen mit an Bord von kommerziellen Flügen
genommen werden dürfen. Das gilt jedoch noch nicht für
Wasserstoffgas.
Fazit
Nach Prüfung alternativer Energiequellen steht der herkömmliche
Akku plötzlich sehr gut da. Er ist klein, sauber, leise und
liefert sofort die benötigte Leistung. Ähnlich dem Verbrennungsmotor
wird der Akku nicht leicht mit etwas zu ersetzen sein, das die
gleiche Energiedichte bietet und genauso erschwinglich ist. Eine
unerschöpfliche Brennstoffzelle wäre toll; noch jedoch
sind wir auf die altmodische Elektrochemie, den Akku, angewiesen.
Revolutionäre Neuentwicklungen für unsere mobilen Geräte
sind nicht in Sicht. Auch die Atomfusion als potentielle Energiequelle
ist noch nicht im Rennen.
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Created: November 2006,
Lest edited February 2007
Über den Autor
Isidor Buchmann ist der Gründer und Geschäftsführer
von Cadex Electronics Inc., in Vancouver BC. Herr Buchmann hat fundierte
Basiskenntnisse in der drahtlosen Kommunikation und studierte über
zwei Jahrzehnte hinweg das praktische Verhalten von wiederaufladbaren
Batterien und ihre täglichen Verwendungen. Als Autor gewann er
Auszeichnungen für viele Artikel und Bücher über Batterien.
Herr Buchmann's technische Ausführungen gingen rund um die Welt.
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