| Sicherheitsschaltungen
für moderne Batterien.
Eine moderne Batterie ist ein empfindliches
Gerät, das einen Schutz gegen Beschädigungen benötigt. Der am meisten
übliche Schutz ist eine Sicherung, die sich öffnet, wenn eine zu hohe
Belastung eintritt. Einige Sicherungen führen dann zu einer dauerhaften Öffnung,
welche die Batterie unbrauchbar machen, wenn z.B. der Sicherungsdraht durchgebrannt
ist. Andere Sicherheitseinrichtungen sind zurücksetzbar. Der Polyswitch
ist eine solche zurücksetzbare Sicherung. Eingebaut in den Strompfad der
Batterie, wird diese Einrichtung hochohmig bei zu hoher Belastung. Der Polyswitch
kehrt in seine normale Funktion zurück, sobald sich die Lage normalisiert
hat.
Batterien in explosionsgefährdeter Umgebung müssen explosionssicher
sein. Explosionsgefährdete Umgebung beinhaltet Erdölraffinerien, Bergwerke,
Kornaufzüge und Brennstofftankstellen auf Flughäfen. Solche Zonen sind
prädestiniert für den Einsatz von Funkkommunikation und mobiler Datenverarbeitung.
Explosionssichere Batterien verhindern, dass zu grosse Hitze und elektrische Funken
entstehen können bei defekten Geräten. Wegen den strengen Zulassungsvorschriften
sind die Kosten für explosionssichere Batterien zwei bis dreimal höher
als für Standardbatterien.
Eine andere Batterie, die höchste
Schutzvorrichtungen enthält, ist die Lithium-Ion-Batterie. Dies wird gemacht,
um die Sicherheit unter allen Umständen zu gewähren, da sie sich in
den Händen eines weiten Publikums befindet. Typischerweise öffnet ein
Feldeffekttransistor (FET), wenn die Ladespannung von irgend einer Zelle 4,30V
erreicht. Eine separate Sicherung öffnet, wenn die Zellentemperatur 90°C
erreicht. Zusätzlich wird ein Schalter in jeder Zelle dauerhaft den Ladestrom
unterbrechen, wenn die Drucksicherheitsschwelle den Wert von ca. 10Bar (150 psi)
überschritten worden ist. Um die Batterie gegen Überladung zu schützen,
wird der Ladepfad durch die Sicherungsschaltung bei ca. 2,50V/Zelle unterbrochen.
Längere Lagerung bei Spannungen um 1,5V/Zelle und tiefer beschädigen
die Lithium-Ion-Batterie, und lassen Sicherheitsprobleme entstehen, wenn versucht
wird, die Batterie aufzuladen.
Jede parallele Kette von Zellen in einer
Lithium-Ion-Batterie benötigt eine unabhängige Spannungsüberwachung.
Je mehr Zellen in Serie geschaltet sind, umso komplexer wird das Sicherheitsdispositiv.
Vier Zellen in Serie sind die praktische Grenze für kommerzielle Applikationen.
Die
interne Schutzschaltung muss so gebaut sein, dass der geringstmögliche Widerstand
in den Ladepfad eingebaut ist. Die Schaltung in einer Zellulartelefonbatterie
besteht aus zwei FET-Schalter in Serie. Ein FET ist zuständig für die
obere, der andere FET für die untere Spannungsschaltschwelle. Der gemeinsame
Widerstand der beiden FETs im Ruhezustand ist 50-100 Milliohm (mW). Dies verdoppelt
praktisch den Innenwiderstand der Batterie.
Ein entscheidendes Problem
entsteht, wenn eine statische Entladung oder ein defektes Ladegerät die Schutzschaltung
der Batterie zerstört. Die kann zu dauernden EIN-Zustand des Schutzschalters
führen, ohne das der Betreiber etwas davon weiss. Eine Batterie mit defekter
Schutzschaltung kann normal funktionieren, bietet aber keinerlei Schutz mehr.
Wenn eine Aufladung über die Sicherheitsschwelle hinaus erfolgt, z.B. mit
einem defekten Ladegerät, kann ein Austreten von Gas mit Entzündung
erfolgen. Eine solche Situation muss mit allen Mitteln verhindert werden. Eine
solche Batterie kurz zu schliessen, kann zur Explosion führen. Kleine
Lithium-Ion-Batterien mit Magnesium-Chemie, die eine oder zwei Zellen enthalten,
können eine Sicherung als Schutz beinhalten. Magnesium ist toleranter als
Kobalt, und diese Zellen werden als sicher betrachtet, wenn sie klein sind.
Obschon
weniger aufwendig, bringt die Abwesenheit einer Schutzschaltung ein neues Problem.
Zellulartelefonanwender haben Zugang zu Tiefpreisladegeräten, die auf die
Schutzschaltung angewiesen sind, um die Ladung zu beenden. Ohne eine Schutzschaltung
wird die Zellenspannung zu stark ansteigen und dadurch die Batterie beschädigen.
Zu starke Erhitzung, sogar Aufblähen kann die Folge sein. Die Verwendung
der Batterie und des Ladegerätes sollten eingestellt werden, sobald eine
Lithium-Ion-Batterie heiss wird.
Um Sicherheit zu garantieren, verkaufen
Hersteller Lithiumzellen nicht separat, sondern immer zusammengebaut zu einer
Batterie, komplett mit der eingebauten Sicherheitsschaltung. Die Schaltung ist
vielfach Objekt einer speziellen Prüfung, bevor der Hersteller Zellen und
Schaltung zum Zusammenbau frei gibt. Obwohl es einige Zwischenfälle mit Gasaustritt
und Entzündungen gab, darf die Lithium-Ion-Batterie als sicher bezeichnet
werden.
Über
den Autor Isidor Buchmann ist der Gründer und Geschäftsführer
von Cadex Electronics Inc., in Vancouver BC. Herr Buchmann hat fundierte Basiskenntnisse
in der drahtlosen Kommunikation und studierte über zwei Jahrzehnte hinweg
das praktische Verhalten von wiederaufladbaren Batterien und ihre täglichen
Verwendungen. Als Autor gewann er Auszeichnungen für viele Artikel und Bücher
über Batterien. Herr Buchmann's technische Ausführungen gingen rund
um die Welt. Cadex Electronics ist Hersteller von fortschrittlichen Batterieladegeräten,
Batterieanalysern und PC-Software. Für Produktinformationen besuchen Sie
bitte www.cadex.com.
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