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Methoden zur Entladung
Die Aufgabe einer Batterie ist
es, Energie zu speichern und sie in einer gewünschten Zeit und einer kontrollierten
Art wieder abzugeben. In diesem Abschnitt werden wir die Entladung bei verschiedenen
C-Einstellungen untersuchen die Entladetiefe beurteilen, bei der eine Batterie
ohne Gefahr entladen werden kann. Wir werden ebenfalls beobachten, wie Tiefentladungen
die Lebenserwartung einer Batterie beeinflussen können.
Was
bedeutet der C-Koeffizient?
Der Lade- und Entladestrom einer Batterie
wird als C-Koeffizient bezeichnet. Die meisten tragbaren Batterien sind eingestellt
für 1C. Das heisst, dass eine Batterie mit 1000mAh einen Strom von 1000mA
während einer Stunde abgeben kann, wenn der Koeffizient 1C beträgt.
Wenn dieselbe Batterie mit 0,5C entladen wird, gibt sie 500mA während 2 Stunden
ab. Bei 2C liefert die 1000mAh Batterie 2000mA während 30 Minuten. 1C wird
oft bezeichnet als 1-Stunden-Entladung, eine 0,5C würde eine 2-Stunden- und
eine 0,1C eine 10-Stunden-Entladung bedeuten.
Die Kapazität einer
Batterie wird gewöhnlich mit einem Batterie-Analyser gemessen. Wenn die Angabe
des Analysers für die Kapazität in Prozenten der Nennkapazität
erfolgt, würde 100% angezeigt, wenn eine 1000mAh-Batterie diesen Strom während
1 Stunde abgeben kann. Wenn die Batterie nur 30 Minuten dauert bis zum Abschalten,
wird 50% angezeigt. Eine neue Batterie liefert manchmal Werte über 100%.
Wenn
eine Batterie mit einem Analyser entladen wird, der in der Lage ist, verschiedenen
Entladekoeffizienten C zu verwenden, können höhere Kapazitätswerte
beobachtet werden, wenn die Batterie mit einem tieferen C-Koeffizienten entladen
wird und umgekehrt. Beim Entladen einer 1000mAh-Batterie mit 2C, d.h. 2000mA,
ist der Analyser so programmiert, dass er die volle Kapazität innerhalb 30
Minuten entnimmt. Theoretisch sollte die Kapazitätsmessung dieselbe sein
wie bei langsamerer Entladung, da die gleiche Energie entnommen wird, nur in einer
kürzeren Zeit. Wegen internen Energieverlusten und einer Spannungsabsenkung,
wird die Batterie schneller die untere Spannungsabschalteschwelle erreichen und
die Kapazitätsmessung kann deshalb absinken auf ca. 95%. Eine Entladung derselben
Batterie mit 0,5C, d.h. 500mA, während 2 Stunden, kann eine Erhöhung
der Kapazitätsmessung von ca. 105% ergeben. Die Unterschiede der Kapazitätsmessungen
mit verschiedenen C-Koeffizienten haben eine Beziehung zum Innenwiderstand der
Batterie.
Eine Batterie, die bei 1C-Entladung nicht gut arbeitet, ist die
tragbare, versiegelte Blei-Säure-Batterie. Um eine vernünftig gute Kapazitätsmessung
zu erhalten, empfehlen die Hersteller gewöhnlich für diese Batterien
einen Entladekoeffizienten von 0,05C, d.h. 20 Stunden. Sogar bei solch langsamer
Entladung ist es schwierig, eine Kapazität von 100% zu erreichen. Als Kompensation
für die verschiedenen Messungen bei mehreren Entladeströmen, bieten
die Hersteller einen so genannten Kapazitätsausgleich an. Der Kapazitätsausgleich
wird angewendet, um das Ablesen des Kapazitätswertes zu korrigieren. Er erhöht
keinesfalls die Batterieleistung; sie korrigiert lediglich die Kapazitätsberechnung,
wenn kleinere oder grössere C-Koeffizienten benutzt werden, als jene, die
vom Hersteller angegeben werden.
Lithium-Ion/Polymer Batterien sind elektronisch
geschützt gegen hohe Entladeströme. Abhängig vom Batteriemodell,
ist der Entladestrom begrenzt zwischen 1C und 2C. Diese Schutzmassnahme führt
dazu, dass Lithium-Ion Batterien für bio-medizinische Anwendungen und für
Werkzeuge, die einen hohen Anlaufstrom haben, nicht verwendet werden können.
Tiefe
der Entladung
Die typische End-Entladespannung für Batterien auf
Nickelbasis ist 1V/Zelle. Bei dieser Spannungsschwelle ist ungefähr 99% der
Energie aufgebraucht und die Klemmenspannung beginnt schnell abzufallen, wenn
die Entladung fortgesetzt wird. Entladung unterhalb der Abschaltspannung sollte
verhindert werden, speziell bei starker Belastung. Da die Batteriezellen nicht
perfekt überwacht werden können, entsteht ein negatives Spannungspotential,
bekannt als Zellen-Umpolung, wenn die Entladung unkontrolliert fortgesetzt wird.
Je mehr Zellen in Serie geschaltet sind, umso grösser wird wahrscheinlich
die Anzahl umgepolter Zellen.
Nickel-Kadmium kann einige Umpolungen, die
typischerweise etwa 0,2V betragen, tolerieren. Während dieser Zeitspanne
ist die Polarität der positiven Elektrode umgepolt. Eine solche Situation
kann nur kurzzeitig bestehen bleiben, weil die Entwicklung von Wasserstoff an
der positiven Elektrode zu einem Überdruck führt und zu einem möglichen
Gasaustritt aus der Zelle. Wenn die Zelle während längerer Zeit der
Spannungsumpolung ausgesetzt ist, werden beide Polaritäten umgepolt und die
Zelle wird elektrisch kurzgeschlossen. Solch ein Fehler kann nicht rückgängig
gemacht werden.
Einige Batterie-Analyser benützen eine Sekundär-Entladung
(Regenerierung), indem eine Entladung der Batterie bis zu einem sehr tiefen Abschaltpunkt
durchgeführt wird. Dieses Gerät überwacht den Entladestrom, um
sicher zu gehen, dass der maximal anwendbare Strom während der Regenerationsphase
eine Sicherheitsgrenze nicht überschreitet. Sollte sich die Umpolung weiter
entwickeln, würde der Entladestrom so klein gehalten, dass keine Beschädigungen
entstehen können. Dass Zellen während der Regeneration zerstört
werden, ist nur möglich, wenn diese Zellen entweder schwach oder alt sind.
Wenn
Zellen entladen werden mit Koeffizienten, die höher sind als 1C, wird der
End-Entladepunkt typischerweise auf 0,9V/Zelle abgesenkt. Dadurch wird der Spannungsabfall
kompensiert, der durch den inneren Widerstand, bestehend aus Verdrahtung, Schutzschaltung
und Kontaktübergänge, entsteht. Ein tieferer Abschaltpunkt führt
auch zu besseren Kapazitätswerten, wenn die Batterie bei tieferen Temperaturen
entladen wird.
Unter allen Batteriechemien ist Nickel-Kadmium am wenigsten
beeinflusst durch wiederholte, volle Entladezyklen. Mehrere tausend Lade/Entlade-Zyklen
sind möglich. Deshalb arbeiten Nickel-Kadmium so ausgezeichnet in Werkzeugen
und tragbaren Funkgeräten, wo sie in ständigem Einsatz stehen. Nickel-Metallhydrid
sind weniger dauerhaft in bezug auf wiederholte Tiefentladezyklen.
Lithium-Ion
werden typischerweise auf 3,0V/Zelle entladen. Die Versionen "Spinel"
und "Coke" können bis auf 2,5V/Zelle entladen werden, und gewinnen
so einige zusätzliche Prozentpunkte. Soweit der Gerätehersteller keinen
speziellen Batterietype vorschreibt, sind die Geräte für einen Abschaltpunkt
bei 3,0V/Zelle gebaut.
Eine Entladung unterhalb 2,5V/Zelle kann die Batterieschutzschaltung
aktiv schalten, d.h. sie verhindert die künftige Ladung mit dem normalen
Ladegerät. Eine solche Batterie kann gerettet werden mit Hilfe des Boost-Programms,
das auf den Batterie-Analysern der Serie 7000 von Cadex vorhanden ist.
Einige
Lithium-Ion Batterien beinhalten einen speziell tiefen Spannungsabschaltepunkt,
wobei die Batterie dauerhaft ausser Betrieb gesetzt wird, wenn die Zellenspannung
unterhalb 1,5V/Zelle fällt. Eine sehr starke Tiefentladung kann zur Formierung
eines Kupfershunts führen, was einen teilweisen oder totalen Kurzschluss
auslösen kann. Dasselbe kann geschehen, wenn die Zelle eine negative Polarität
aufweist und diese Situation eine gewisse Zeit andauert. Die Hersteller von
Lithium-Ion-Batterien empfehlen eine Entladungstiefe auf 80%. Eine wiederholte
100%-Entladung verringert die spezifische Anzahl der Ladezyklen. Es ist deshalb
empfehlenswert, Lithium-Ion-Batterien häufiger aufzuladen, eher als sie zu
tief zu entladen. Eine periodische Vollentladung ist nicht erforderlich, da Lithium-Ion-Batterien
nicht dem Memory-Effekt unterworfen sind.
Die empfohlene End-Entladespannung
für Blei-Säure-Batterien ist 1,75V/Zelle. Die Entladung folgt nicht
der vorwiegend flachen Kurve von den Chemien auf Nickel- oder Lithiumbasis. Statt
dessen weisen Blei-Säure-Batterien eine graduell abfallende Spannungskurve
auf, mit einem starken Abfall gegen Ende der Entladung. Der Lebenszyklus von
versiegelten Blei-Säure-Batterien ist in einer direkten Abhängigkeit
zur Tiefe der Entladung. Die typische Anzahl von Entlade/Ladezyklen bei 25°C
in Abhängigkeit zur Tiefe der Entladung ist:
· 150 - 200 Zyklen
mit einer Tiefe der Entladungen von 100% (Vollentladung) · 400 - 500
Zyklen mit einer Tiefe der Entladungen von 50% (teilweise Entladung) ·
1000 und mehr Zyklen mit einer Tiefe der Entladungen von 30% (schwache Entladung) Die
Blei-Säure-Batterie sollte nicht unterhalb 1,75V/Zelle entladen werden. Auch
sollte sie nicht in entladenem Zustand gelagert werden. Die Zellen einer nicht
geladenen Blei-Säure-Batterie sulfatieren, ein Umstand, der die Batterien
unbrauchbar macht, wenn sie auch nur wenige Tage in diesem Zustand belassen werden.
Man sollte besorgt sein, dass die offene Klemmespannung immer 2,10V oder mehr
beträgt.
Über
den Autor Isidor Buchmann ist der Gründer und Geschäftsführer
von Cadex Electronics Inc., in Vancouver BC. Herr Buchmann hat fundierte Basiskenntnisse
in der drahtlosen Kommunikation und studierte über zwei Jahrzehnte hinweg
das praktische Verhalten von wiederaufladbaren Batterien und ihre täglichen
Verwendungen. Als Autor gewann er Auszeichnungen für viele Artikel und Bücher
über Batterien. Herr Buchmann's technische Ausführungen gingen rund
um die Welt. Cadex Electronics ist Hersteller von fortschrittlichen Batterieladegeräten,
Batterieanalysern und PC-Software. Für Produktinformationen besuchen Sie
bitte www.cadex.com.
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