Die
Batterieleistung als Funktion von Lade/Entladezyklen
Als Teil der laufenden Forschung, das dauerhafteste Batteriesystem zu finden,
hat Cadex ein Lebenserwartungstest für Nickel-Kadmium-, Nickel-Metallhydrid-
und Lithium-Ion-Batterien durchgeführt. Alle Tests wurden in den Testlaboratorien
von Cadex, Vancouver, Kanada mit dem Batterieanalyser der Serie C7000 realisiert.
Die zu testenden Batterien wurden zuerst voll aufgeladen, und wurden dann einem
ununterbrochenen Ablauf von Entlade/Ladezyklen unterworfen. Der Innenwiderstand
wurde mit dem Programm OhmTest von Cadex gemessen, und von Zeit zu Zeit
wurde die Selbstentladung gemessen, indem der Kapazitätsverlust während
einer 48-stündigen Messpause festgestellt wurde. Ins Testprogramm eingebunden
waren 53 Mobiltelefonbatterien, wovon je eine der verschiedenen Chemien für
die nachstehende Graphik verwendet wurde. Nickel-Kadmium
Bezogen auf die Lebenserwartung, sind die Nickel-Kadmium-Batterien
die wiederstandfähigsten Batterien. Figur 1 zeigt Kapazität, Innenwiderstand
und Selbstentladung einer Nickel-Kadmium-Batterie von 7,2V - 900mAh, mit Standardzellen.
Aus zeitlichen Gründen wurde der Test nach 2300 Zyklen beendet. Die Kapazität
blieb stabil, der Innenwiderstand blieb tief bei 75mO, und auch die Selbstentladung
war stabil. Die Batterie erhielt die Note 'A' für beinah perfekte Leistung.
Es muss bemerkt werden, dass Nickel-Kadmium eine mässige Energiedicht aufweist,
periodische Vollentladung benötigt und giftige Metalle enthält..
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| | Figur
1: Zyklen bezogene Leistungen von Standard-Nickel-Kadmium. 7.2V, 900mAh Diese
Batterie erhält eine 'A' für beinah perfekte Leistung, in bezug auf
stabile Kapazität, Innen-widerstand und Selbstentladung über viele Zyklen
gemessen. |
Die
'ultra-high Capacity'-Nickel-Kadmium-Batterie bietet eine bis zu 60% höhere
Energiedichte, verglichen mit der Standardversion, auf Kosten einer reduzierten
Lebenserwartung. In Figur 2 können wir ein gleichmässiges Nachlassen
der Kapazität über 2000 Zyklen feststellen. Gleichzeitig steigt der
Innenwiderstand leicht an. Eine namhafte Verschlechterung ab 1000 Zyklen stellt
man bei der Selbstentladung fest.
 | | Figur
2: Zyklen bezogene Leistungen einer 'ultra-high'-Nickel-Kadmium-Batterie 6V, 700mAhDiese
Batterie bietet höhere Energiedichte als die Standard-version, auf Kosten
einer reduzierten Lebenserwartung. |
Nickel-Metallhydrid
Figur 3 untersucht eine Nickel-Metallhydrid-Batterie. Wir beobachten eine
gute Leistung zu Beginn, aber ab 300 Zyklen werden die Messresultate rasch schlechter.
Man kann ein starkes Ansteigen des Innenwiderstandes und der Selbstentladung ab
Zyklus 700 feststellen. Nickel-Metallhydrid hat eine höhere Energiedichte
als Nickel-Kadmium und enthält keine giftigen Metalle. Manche argumentieren,
dass Nickel-Metallhydrid ein Zwischenschritt sei zu Lithium-Ion.
 | | Figur
3:Zyklen bezogene Leistungen einer Nickel-Metallhydrid-Batterie 6V, 950mAh.Diese
Batterie bietet gute Leistungen zu Beginn, aber ab 300 Zyklen verschlechtern sich
Kapazität, Innenwiderstand und Selbstentladung schnell. |
Lithium-Ion
In Figur 4 untersuchen wir die Kapazität und den Innenwiderstand
einer Lithium-Ion-Batterie. Ein sanfter, aber voraussehbarer Kapazitätsabfall
ab 1000 Zyklen ist zu beobachten, und der Innenwiderstand steigt nur leicht an.
Wegen der nur unbedeutenden Werte, wurde die Selbstentladung in diesem Test nicht
erfasst. Lithium-Ion bietet die höchste Energiedichte von den erwähnten
Chemien und enthält keine giftigen Metalle. Ein begrenzter Endladestrom,
die notwendige Schutzschaltung und der Alterungsprozess sind die negativen Punkte
dieser Batterie.
 | | Figur
4: Zyklen bezogene Leistungen von Lithium-Ion3.6V, 500mALithium-Ion bietet gute
Kapazität und stabilen Innenwiderstand über 1000 Zyklen. Selbstentladung
wurde nicht berücksichtig wegen der sehr kleinen Werte. |
Wenn Batterietests
in einer Laborumgebung durchgeführt werden, muss bemerkt werden, dass die
Leistungen in einer geschützten Umgebung normalerweise besser sind als im
Feld. Stresssituationen und Unbeständigkeit, wie sie im täglichen Gebrauch
auftreten können, können im Laboratorium nicht zuverlässig simuliert
werden. Nachfolgend einige Gründe dafür.
In einem totalen zyklischen
Programm, wie es in diesem Test angewendet wurde, werden Batterien auf Nickelbasis
keine Veränderungen in der Kristallstruktur (Memoryeffekt) erfahren. Der
Memoryeffekt verkürzt die Batterielebenserwartung im täglichen Gebrauch,
wenn die Batterie nicht korrekt gewartet wird. Die Durchführung eines monatlichen
Vollentlade-/Ladezyklus löst dieses Problem. Nickel-Kadmium ist anfälliger
auf den Memoryeffekt als Nickel-Metallhydird.
Für Lithium-Ion ist
ein kontrollierter Lebenserwartungstest von Nutzen, weil der Alterungsprozess
eine weniger wichtige Rolle spielt. Die Lebenserwartung von Lithium-Ion ist eine
Kombination von der Anzahl Zyklen und dem Alterungsprozess. Alle Batterien unterliegen
in verschiedener Stärke dem Alterungsprozess.
Ein weiterer Grund,
warum solche Lebenserwartungstests positive Werte liefern, ist die überwachte
Temperaturumgebung, in welcher solche Tests durchgeführt werden. Im richtigen
Leben erfahren die Batterien eine viel unsanftere Behandlung und sind oft grössere
Hitze ausgesetzt. Ausserdem wurden die Batterien für unseren Test mit klar
definierten Ladealgorithmen geladen. Überladungen wurden vermieden, wie auch
Beschädigungen durch Überhitzung. Billige Ladegeräte der Konsumelektronik
warten die Batterien meistens nicht optimal.
Die Art der Belastung, mit
der die Batterien entladen werden, spielen ebenfalls eine Rolle. Die oben erwähnten
Tests entsprechen einer Gleichstromentladung. Digitale Geräte belasten die
Batterie mit sehr starken Stromspitzen. Entsprechende Tests haben gezeigt, dass
die Lebenserwartung verkürzt wird, wenn die Batterie mit Rechteckimpulsen
anstelle von Gleichstrom entladen wird, selbst wenn die schliesslich gelieferte
Energie dieselbe ist. Mobiltelefone, Laptop Computer und digitale Fotoapparate
sind Geräte, die starke Stromspitzen ziehen.
Aus einem anderen Blickwinkel
betrachtet, können Labortests jedoch auch härter sein für die Batterie,
als im täglichen Feldeinsatz. In unserem Test wurde jedes Mal eine Vollentladung
durchgeführt. Die Batterien auf Nickelbasis wurden auf 1.0V entladen und
Lithium-Ion auf 3.0V/Zelle. In einem typischen Feldeinsatz ist die Entladung meistens
nicht so tief. Eine teilweise Entladung bedeutet weniger Stress für die Batterie,
was für Lthium-Ion-Batterien von Nutzen ist, wie auch in einem gewissen Ausmass
für Nickel-Metallhydrid-Batterien. Nickel-Kadmium-Batterien sind am wenigsten
beeinflusst durch volle Zyklen. Die Hersteller spezifizieren normalerweise die
Lebenserwartung bei Entladungen von 80%.